"Vielleicht kann ich die Wahrheit finden,
indem ich die Luegen vergleiche."

 

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Diese Seite ist -in Dankbarkeit fuer seinen Rettungsring der Vernunft- dem Philosophen Epikur gewidmet. Über die Zeiten geworfen um dem gesellschaftlichem Irrsinn der menschlichen Ignoranz zu entgehen.


EPIKURS HAUPTSAETZE

1

Ein seliges und unvergaengliches Wesen traegt weder selbst Muehsal, noch belaedt es ein anderes Wesen damit. Darum kennt es weder Zorn noch Wohlwollen. Dergleichen gibt es nur bei einem schwachen Wesen.

2

Der Tod ist fuer uns ein Nichts, denn was der Aufloesung verfiel, besitzt keine Empfindung mehr. Was aber keine Empfindung mehr hat, das kuemmert uns nicht.

3

Das Hoechstmaß der Freude ist erreicht, wenn alle Schmerzen beseitigt sind. Denn wo die Freude eingezogen ist, da gibt es, solange sie herrscht, weder Schmerzen noch Qualen oder gar beides.

4

Der Schmerz sitzt nicht unaufhoerlich im Fleische. je heftiger er ist, desto kuerzer waehrt er. Ist er aber neben der Lust vorhanden, diese im Fleische nur uebersteigend, so bleibt er nicht viele Tage. Bei einem laengeren Leiden aber ist die Freude noch immer etwas groeßer als der Schmerz im Fleische.

5

Man kann nicht in Freude leben, ohne vernuenftig edel und gerecht zu leben, aber auch umgekehrt kein vernuenftiges, edles und gerechtes Leben fuehren, ohne in Freude zu leben. Man kann es aber nicht, wenn jene Voraussetzungen fehlen. Manche streben nach Ruhm und Ansehen in dem Glauben, sich damit Sicherheit vor den Menschen verschaffen zu koennen. Leben sie nun in Sicherheit, so haben sie dieses natuerliche Gut auch bekommen. Ist ihr Leben aber nicht gesichert, so besitzen sie nicht einmal das, worum sie, ihrer Natur gehorchend, sich zu allererst so eifrig bemueht haben.

 

 

III

Archiv:
Die Sauerei mit dem kleinen Ferkel

 

 

 

8

Keine Freude ist an sich ein Übel, doch das, was diese oder jene Freuden erst erzeugt, kann sie auf mancherlei Art trueben.

9

Was das Gefuehl der Sicherheit vor den Menschen anlangt, so sind Macht und Herrschaft eines der naturgegebenen Guetern, von denen aus man sich Sicherheit verschaffen kann.

10

Wenn das, was den Prassern ihre Freuden bereitet, die Ängste des Geistes vor Naturerscheinungen, vor Tod und Schmerzen beseitigte und wenn es außerdem die Einsicht von der Begrenztheit der Begierden lehrte, dann haetten wir an diesen Leuten nichts auszusetzen, wenn sie sich von allen Seiten mit Freuden fuellen und von keiner Seite her Schmerzen und Qualen, also das Übel, in sich tragen, was Schmerzen und Qualen, also das Übel, hervorruft.

11

Wenn die Furcht vor den Naturerscheinungen, die Besorgnis, der Tod habe fuer uns vielleicht doch etwas zu bedeuten, und die Unkenntnis ueber die Grenzen der Schmerzen und Begierden uns nicht beunruhigten, dann brauchten wir keine Naturerkenntnis.

12

Man wird die Furcht, die uns beim Fragen nach den letzten Dingen beschleicht, unmoeglich los, wenn man ueber die Beschaffenheit des Alls nicht unterrichtet ist und daher argwoehnen muß, es koenne an dem, was die Goettermythen darueber berichten, doch etwas Wahres sein. Ohne Naturerkenntnis kann man also keine Freude vollkommen genießen.

13

Es nuetzt nichts, seine Sicherheit vor Menschen auszubauen, solange die Vorgaenge am Himmel droben und unter der Erde, kurzum die Vorgaenge im unendlichen All, uns beaengstigen.

14

Wenn die Sicherheit vor den Menschen sich auch bis zu einem gewissen Grade durch Macht stuetzen und durch Reichtum befestigen laeßt, echter ist doch die, welche das Leben in der Stille und die Zurueckgezogenheit vor der Masse verleihen.

15

Der Reichtum, den die Natur verlangt, ist begrenzt und leicht zu beschaffen, der dagegen, nach dem wir in toerichtem Verlangen streben, geht ins Ungemessene.

16

Das Dasein des Weisen wird nur in nebensaechlichen Dingen vom Zufall gestoert, denn die wichtigen, wirklich bedeutenden hat seine Überlegung im voraus geregelt, haelt sie auch im Laufe der Zeit in Ordnung und wird sie immer in Ordnung halten.

17

Das Leben eines Gerechten wird am wenigsten von Unruhe gestoert, das des Ungerechten ist mit groeßter Unruhe angefuellt.

18

Das leibliche Behagen nimmt nicht mehr zu, sobald der Schmerz des Entbehrens ausgetilgt ist, es verfeinert sich nur. Die hoechste geistige Freude aber gewinnt, wer die Abschaetzung eben der und verwandter Dinge, die dein Denken die groeßten Ängste bereiten, richtig vollzieht.

19

Die Unendlichkeit birgt die gleiche Freude wie die begrenzte Zeit, wenn man nur die Grenzen der Freude durch Nachdenken richtig ermittelt hat.

20

Fuer das Fleisch liegen die Grenzen der Freude im Unendlichen, und nur eine unendliche Zeit koennte sie ihm vollends verschaffen. Der Verstand jedoch, der das Ziel und die Grenzen allen Fleisches ermißt und die Angst vor der Ewigkeit beseitigt, schafft ein vollkommenes Leben und bedarf dazu der Unendlichkeit nicht. Freilich weicht der Verstaendige der Freude nicht aus, und wenn schließlich die Verhaeltnisse ihn zwingen, aus dem Leben zu scheiden, so tut er es nicht so, als ob es ihm zum hoechsten Dasein noch irgend etwas schulde.

21

Wer die Grenzen des Daseins erkannt hat, weiß, daß all das leicht zu beschaffen ist, was den Schmerz des Entbehrens austilgt und das ganze Leben voll-kommen macht. Ihn verlangt also nicht nach Be-muehungen, die nur Kaempfe mit sich bringen.

22

Das Vorgesetzte Ziel muessen wir uns fest einpraegen, auch alles, was uns Wirklichkeit ist und worauf wir unsere Annahmen gruenden koennen. Tun wir das nicht, dann werden nur Unklarheit und Verwirrung herrschen.

23

Wenn du alle Sinneswahrnehmungen verwirfst, dann besitzest du auch keine Stuetze, auf die du dich beziehen kannst, um eine einzelne fuer irrig zu erklaeren.

24

Verwirfst du irgendeine Sinneswahmehmung und unterscheidest dabei nicht zwischen dem auf Grund bloßer Erwartung nur Angenommenen und dem, was du tatsaechlich wahrnehmen konntest, sowie zwischen Empfindung und Vorstellung, dann wirst du mit deiner verkehrten Meinung auch alle uebrigen Sinneswahrnehmungen verwerfen und damit jedes Kriterium verlieren. Wenn du dagegen die Sinnes-wahrnehmungen als zuverlaessig ansetzest, aber die bloß aufErwartung beruhende Vorstellung und ueberhaupt alles, was durch die Sinne nicht bestaetigt wird, als unzuverlaessig ansiehst, dann kann dir der Trug nicht entschluepfen, so daß du jeden inneren Zwiespalt und die Entscheidung darueber, was richtig und was unrichtig ist, stets wirst ueberwachen koennen.

25

Wenn du deine Handlungen nicht jederzeit nach dem von der Natur gesteckten Ziel ausrichtest, sondern ihnen, mag es sich um Meiden oder Streben handeln, vorher irgendeine andere Richtung gibst, dann werden deine Taten nicht mit deinem vernuenftigen Denken uebereinstimmen.

26

Alle Begierden, die keinen Schmerz hervorrufen, wenn man sie unbefriedigt laeßt, gehoeren nicht zu den unbedingt notwendigen. Das in ihnen wirkende Begehren verfluechtigt sich schnell; sobald sich zeigt, daß sie unerfuellbar sind oder gar Schaden verursachen.

27

Die Faehigkeit, Freundschaft zu gewinnen, ist unter allem, was Weisheit zur Glueckseligkeit beitragen, kann, bei weitem das Bedeutendste.

28

Dieselbe Erkenntnis, kraft deren wir getrost sind, daß kein Schrecknis ewig ist oder auch nur lange waehrt, laeßt uns auch einsehen, daß uns innlitten der zeitlich begrenzten Schrecknisse die Freundschaft erst die richtige Sicherheit verleiht.

29

Von den Begierden sind die einen naturbedingt und notwendig, andere naturbedingt und doch nicht notwendig, und wieder andere sind weder naturbedingt noch notwendig, sondern einfach leerem Wahn entsprungenl.

30

Begierden, die zwar naturbedingt sind, aber keinen Schmerz verursachen, wenn sie nicht befriedigt werden, und bei denen das sich muehende Begehren trotzdem anhaelt, entspringen leerem Wahn. Daß sie nicht vergehen, liegt nicht an ihrer eigenen Beschaffenheit, sondern nur an der leeren Einbildung des Menschen.

31

150 Das der Natur gemaeße Recht ist eine den Nutzen betreffende Übereinkunft, einander nicht zu schaedigen noch voneinander Schaden zu leiden.

32

Recht und Unrecht gibt es gegenueber all den Lebewesen nicht, die unfaehig sind, Übereinkuenfre zu treffen, daß keines das andere schaedigen oder von ihm geschaedigt werden soll. Dasselbe gilt von Voelkern, die nicht faehig oder nicht willens sind, eine solche Abmachung miteinander zu treffen.

33

Gerechtigkeit an sich hat es nie gegebenl. Alles Recht beruhte vielmehr stets nur auf einer Übereinkunft zwischen Menschen, die sich in jeweils verschieden großen Raeumen zusammenschlossen und sich dahin einigten, daß keiner dem anderen Schaden zufuegen oder von ihm erleiden soll.

34

Ungerechtigkeit ist an sich kein Übel. Vielmehr besteht das Übel nur in der argwoehnischen Besorgnis, ob die Tat wohl dem dafuer bestellten Richter verborgen bleiben wird.

35

Niemand kann sich darauf verlassen, daß er unentdeckt bleiben wird, wenn er gegen die Abmachung, einander nicht zu schaedigen, heimlich verstoßen hat, auch wenn er bis dahin tausendmal unentdeckt bleibt. Denn er lebt bis zu seinem Tode in der Ungewißheit, ob er nicht doch noch entdeckt wird.

36

Grundsaetzlich ist das Recht fuer alle gleich, denn es bedeutet stets in der auf Gegenseitigkeit beruhenden Gemeinschaft etwas Nutzbringendes. Aber wegen der Besonderheiten eines Landes und aus anderen durch die Verhaeltnisse bedingten Gruenden kann es nicht ueberall fuer alle gleich sein.

37

Was innerhalb einer bestehenden Gemeinschaft anerkanntermaßen den wechselseitigen Beduerfnissen nuetzlich ist, das hat Anspruch, an Rechtes statt zu gelten, einerlei, ob sich daraus fuer alle das gleiche Recht ergibt oder nicht. Wenn aber jemand ein Gesetz durchsetzt, das dem innerhalb der Gemeinschaft bestehenden wechselseitigen Nutzen nicht entspricht, so besitzt dieses Gesetz nicht mehr die Eigenschaft eines wirklichen Rechts. Auch wenn der Recht schaffende gemeine Nutzen sich im Laufe der Zeit veraendern sollte, das betreffende Recht aber immerhin noch eine Weile als solches empfunden wird, dann behaelt es waehrend dieser Zeit bei allen, die sich nicht durch leeres Gerede verwirren lassen, sondern sich an Tatsachen halten, seine volle Rechtseigenschaft.

38

Zeigt es sich, daß bisher anerkannte Rechtssaetze bei ihrer Anwendung auf den einzelnen Fall im Widerspruch zu ihren Voraussetzungen stehen, ohne daß sich die allgemeinen Verhaeltnisse geaendert haben, dann sind sie kein Recht mehr. Dort aber, wo unter veraenderten Verhaeltnissen die bisher geltenden Rechtssaetze keinen Nutzen mehr spenden, waren sie trotzdem noch Recht, solange sie fuer die staatsbuergerliche Gemeinschaft noch nuetzlich waren; spaeter freilich, wenn sie keinerlei Nutzen mehr haben, koennen sie auch nicht mehr als Recht gelten.

39

Der ueberwindet die Unsicherheit gegentiber seiner Umwelt am besten, der sich so weit als moeglich mit ihr vertraut macht und, wo dies unmoeglich ist, wenigstens sorgt, daß sie ihm nicht fremd ist. Mit allem aber, bei dem ihm nicht einmal dies gelingt, laeßt er sich gar nicht ein und stuetzt sich nur auf das, was ihm hilft, sicher zu werden.

40

Menschen, welche die Moeglichkeit besitzen, sich ihren Naechsten gegenueber in hoechstem Maße sicher zu fuehlen, die haben miteinander das freudevollste Leben schon gewonnen, weil sie dafuer die sicherste Gewaehr haben; und im Genuß der engsten Verbundenheit jammern sie auch nicht ueber den fruehen Heimgang eines Toten, als ob er zu bemitleiden waere.

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Ein muss für
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